Beim Knipsen hart an der Grenze – eine Replik

(Update: Am 21. Februar ist der Artikel auch bei Wort.lu erschienen )

Am 19. Februar erschien im Luxemburger Wort ein Artikel mit dem Titel: ”Beim Knipsen hart an der Grenze” der das Thema der Straßenfotografie und des Rechts am eigenen Bild behandelt. Ich bin selbst ambitionierter Straßenfotograf und halte dieses Thema für sehr wichtig. Dennoch bin ich der Ansicht, dass der Artikel das Thema einseitig und unbalanciert behandelt hat. Deshalb, und weil der Artikel ironischerweise mit einem Foto von mir illustriert wurde, für dessen Publikation mich niemand um Erlaubnis gefragt hat, möchte ich hier dazu Stellung nehmen.

Das grundlegende Problem ist der inhärente Konflikt zwischen dem privaten Recht am eigenen Bild, und dem Recht auf freie Meinungsäußerung durch das Medium der Kunst. Dieser Konflikt ist nicht auf die Straßenfotografie beschränkt und unser Urteil darüber als Gesellschaft variiert von Fall zu Fall.

Zum Beispiel: Vor ein paar Wochen, nach dem furchtbaren terroristischen Attentat in Paris, zeigten sich millionen Menschen weltweit solidarisch mit der Redaktion von Charlie Hebdo. Einer der Gründe weshalb die Menschen auf die Straße gingen war, dass man ein Zeichen setzen wollte für freie Meinungsäußerung, insbesondere durch das Medium der Kunst. Die Karikaturisten sollten das Recht haben ihre Meinung in Bildern auszudrücken, ohne auf private Befindlichkeiten von einzelnen Personen oder kleinen Gruppen Rücksicht nehmen zu müssen. Millionen Menschen haben das allgemeine Recht auf Meinungsfreiheit ganz klar den individuellen Sensitivitäten Einzelner übergeordnet.

Der Autor des Wort-Artikels tut Straßenfotografie zwar als Knipserei von irgendwelchen Hobbyfotografen ab, aber für mich und für nicht wenige andere ist es weit mehr als das. Es ist auch kein neumodischer Kram. Wir gründen uns auf die Tradition von Henri Cartier-Bresson, von Dorothea Lange, von Walker Evans, von Garry Winogrand oder Vivian Maier um nur ein paar zu nennen. Kein Straßenfotograf legt sich mit einem “Teleobjektiv auf die Lauer” um Menschen absichtlich in ihrer Privatsphäre zu stören. Niemand “knipst” gezielt irgendwelche Menschen um ihrer selbst willen.

Menschen sind nur Teil der Bildkomposition weil sie Teil des öffentlichen Lebens sind. Jenes Leben das der Künstler, in seinem Interesse für die “condition humaine”, darstellen möchte. Als Straßenfotografen ist der öffentliche Raum unser Zuhause. Einzelne Menschen sind dabei nicht Subjekt sondern Objekt und Teil einer Situation. Kein ernst zu nehmender Straßenfotograf möchte irgendjemand erniedrigen, wir sind auch keine Pädophilen, nein: Wir machen Kunst! Wir drücken uns aus durch Fotos, die das öffentliche Leben darstellen.

Meiner Ansicht nach bleibt der Wort-Artikel leider auch in Bezug auf die rechtliche Lage vage und unpräzise. Natürlich werden Passagen aus Gesetzestexten genannt, Strafen erwähnt usw., aber in diesem speziellen Kontext kommt es sehr auf die Umstände und Nuancen an. Der Titel suggeriert ein wenig salopp, dass wir uns “hart an der Grenze” befinden. Auf welcher Seite der Grenze? Unter welchen Umständen? Was kann man machen? Im Gegensatz zu der Annahme des Autors machen Straßenfotografen sich sehr sehr viele Gedanken über das rechtliche Umfeld, in dem sie ihre Kunst ausüben. Bessere Information wäre immer willkommen.

Letztlich bleibt mir – will ich weiterhin meiner Leidenschaft nachgehen – nichts anderes als auf das Verständnis, das Vertrauen und den Pragmatismus meiner Mitmenschen zu hoffen. Weil kein Gesetz der Welt diesen inhärenten Konflikt lösen kann, sind wir auf Kompromisse angewiesen. Ohne Kompromisse müssten wir heute auf die wundervollen Werke verzichten, die uns Grössen wie Andre Kertesz oder Robert Doisneau hinterlassen haben. Wollen wir das?

Straßenfotografie gehört in den öffentlichen Raum, denn dort befindet sich ihr Subjekt:  das öffentliche Leben. Im Gegenzug dürfen Straßenfotografen das Vertrauen der Menschen im öffentlichen Raum nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Wenn man als Straßenfotograf von Zeitungsartikeln in die halbkriminelle Ecke gestellt wird ist das dem Vertrauen natürlich nicht zuträglich. Ich kann nicht für alle Straßenfotografen sprechen, aber ich bin mir sicher, dass die allermeisten den Wunsch nach Privatsphäre respektieren.

Mit freundlichen Grüssen,

Dirk Mevis

Mitglied von Street Photography Luxembourg

Meet and Street

Street Photography Luxembourg introduces “Meet and Street”:

Grab your camera and meet up with some of our SPLUX photographers, hit the streets of Luxembourg for a few hours and get some first hand insights into their workflow. A second workshop aimed at the digital post processing of the shots from the first meeting will be held at another date.

If you ever wanted to know how we “do it”, stay tuned and watch for the announcement of the Meet & Street dates!

Prends ton appareil photo et fais un tour à travers les rues de la Ville aux côtés de quelques-uns de nos photographes SPLUX en participant activement à cette sortie photo. Un second workshop voué au retravail digital des clichés pris lors de la première excursion se tiendra à une date ultérieure.

Si tu veux savoir comment « nous faisons », reste connecté et attends l’annonce des dates pour le Meet & Street !

 

Slide Night 2014 Summer Edition

Slide Night 2014 Summer Edition – Press release

Communiqué de presse

Vendredi 27 juin, le collectif ‘Street Photography Luxembourg’ (SPLux) invite à la « Slide Night Summer Edition » à la Bouneweger Stuff, à partir de 19h. L’entrée est libre. Au programme: projection des diaporamas des huit photographes membres du collectif et de cinq photographes invités, choisis parmi les portfolios envoyés par les fans de la page www.streetphoto.lu. Les slideshows durent chacun maximum 5 minutes et proposent un regard à chaque fois particulier sur les espaces urbains de la capitale luxembourgeoise et de quelques autres villes du monde. Approche graphique, humaniste, ironique, poétique…, les points de vue sont divers mais toujours empreints de respect, de réflexion et d’amour pour tout ce qui se passe dans les rues de Luxembourg.

Il s’agit du deuxième événement du genre organisé par le collectif. La première slide night a eu lieu le 7 décembre 2013 dans le café pop-up Brigitte (Grund), et a attiré un public nombreux et éclectique.

Le collectif SPL a été créé en mars 2013 afin de donner une plus grande visibilité à cette forme de reportage urbain qui privilégie les images prises sur le vif et les atmosphères de rue. La photographie de rue est aussi ancienne que la photographie elle-même et elle a été magnifiée par des auteurs mythiques tels que Henri Cartier-Bresson et Robert Doisneau en France, ou Saul Leiter et Vivian Maier aux USA. Avec l’explosion du numérique et d’Internet, la discipline connaît depuis plusieurs années un essor mondial extraordinaire.

Les huit photographes membres du collectif SPLux sont :

Paul Bintner, Candi Carrera, Veronique Fixmer, Paulo Lobo, Dirk Mevis, Christophe Van Biesen, Jeff Mouton et David Phillips.

La page Internet du collectif est www.streetphoto.lu

La page Facebook http://www.facebook.com/StreetPhotographyLux compte actuellement 2.300 fans.

Contact presse/demande interview: public.relations@streetphoto.lu

Slide Night 2014 @Bouneweger Stuff

You couldn’t make it to our last slidenight? Missed out the art and atmosphere of this first event? Or you came and enjoyed what you saw? Well here’s good news for you: on june 27th our second slidenight featuring slideshows of our  members & 3 (to be selected) guests will be held at the Bouneweger Stuff @ 19.00! Mark your agenda, we’ll see you there!

Wanna be one of the guests artists? Send a mail with a portfolio of 10 to 15 pictures to slidenight(a)streetphoto..lu .

We will only consider street photography!!!

No restriction on location/country….(Lux or intl).

A slide show at the slidenight should be 4 to 5 minutes long.

The music is chosen by the artists and should match the slideshow.

The artist must be at the Bounewegerstuff on 27/06/2014

deadline : 13/06/2014 23:59.59

here are the slideshows from last year:
slide night 2013

 

related links:
slide night gallery
slide night 2013 press release

Exhibition at Kulturfabrik in Esch

Good news! On September 19 and 20 , 2014 our collective will participate in KUFA’s 2014 Urban Art Festival in Esch/Alzette. We will exhibit more than 20 of our best pictures in Kufa’s Art Gallery “Gallerie Terres Rouges”.

Links:

Kulturfabrik (website)

Kulturfabrik (wikipedia)

Please subscribe to our newsletter or like our event on facebook to get all the latest news about this event!

 

 

basic post processing in Lightroom

In this little tutorial I will show you how to ‘pimp’ your pictures with just basic knowledge of Adobe Ligthroom:

A couple of days ago I took this picture of a dog in the city of Luxembourg.

Screen Shot 2014-04-15 at 10.10.00 PM

At first sight, the picture isn’t too bad but there some improvements that can be done to get a acceptable photograph.

1) the lady on the left has to be removed
2) add a bit of contrast and saturation as the picture look a bit ‘muddy’
3) straighten the picture to level the floor
4) Add a vignette to lead the eye to the center

tutorial2

 

Cropping

To remove the lady on the left just use the crop tool of lightroom and try to apply the rule of thirds to the cropped part of the picture. In my case I tried to put the dogs face on the upper left crash point of the guidelines.

Screen Shot 2014-04-15 at 10.23.51 PM


Screen Shot 2014-04-15 at 10.21.54 PM

 

Contrast and Saturation

After the cropping I added a little bit of saturation and contrast to get a crispier picture. In addition I darkened the shadows and brightened the white parts to get them to be really white.

basic lightroom tutorial
basic lightroom tutorial – contrast and saturation

 

Level the picture

basic lightroom tutorial
basic lightroom tutorial – straighten tool

to straighten the picture, I used the lines on the flour as guidelines.

 

add a Vignette

At the end I generally a vignette the my pictures, to lead the eye to the subject in this case the dog.

basic lightroom tutorial
basic lightroom tutorial

 the final picture

basic lightroom tutorial
basic lightroom tutorial – final image

Be careful

But take care. Adding to much of vignette or contrast or staturation can definitly worsen you picture, so use all these settings with care.

I you have something to add or if you have a question regarding this tutorial or if you have a suggestion for a next tutorial, leave a comment below.

Thanks,

Paul

 

 

 

Shopping list – film procession

This is the complete shopping list to do B&W film processing on your own.

1. A developping tank from jobo or any other label…
2. a thermometer (digital or not) because temperature is important
3. scissors to seperate the film from its canister
4. a bottle opener to open the film canister
5. changing bag to get the film out in the canister and into the tank ( in the dark)
6. 3 measuring cups to prepare developper, fixer and stopper
7. a developper, I will explain how to proceed avecKODAK xTOL or KODAK D-76
8. 2 film clips to hang the film to dry
9. a timer
10. gloves
11. towels
12. a fixer
13. a stopper (stop bath)
14. storage bottles to store the developper

if I forgot something, please add it below…. thanks

Black & white – how-to tutorial

In this tutorial, I would like first of all to thank Jeff (Mouton) for having accepted to use his great Mudam shot and make a tutorial out of it. So let you have a first look on the original photo :

pre candi

I like a lot the cubism and composition of the photo with the touch of this kid running into the background. Nevertheless with all respect to Jeff who is a great photographer I would have tweaker the photo on the following aspects :

1) first and this is THE main rule in B&W photography, the photo is grey and lacking contrast. So first I would deepen the blacks and increase the whites so that the contrast range increases

2) another basic rule in photography is that either you really create a diagonal horizon or otherwise your horizon should be really horizontal and parallel/perpendicular to the external frame

3) in the overall composition the cameras and signs disturb the harmony and calm of the cubism. I do not use Photoshop nor GIMP but with a simple editing in Lightroom I would remove those “spots”

4) in this photo you have a first plan leading you into the 2nd and 3rd plan. I would rather increase a little bit the first plan to leave a little more surface to lead into the subject

As a final result here are the 2 shots I would have used in case I would have to publish this great photo from Jeff.

In the first photo you can see how I postedited the points 1-4 I highlighted above. In other words, the blacks and whites are stronger, I changed the angle of the photo to have the horizon be parallel to the frame of the photo, I removed those cameras and signs to have more negative space in the photo and last but not least I increased the first plan to let the reader more time to flow into the 2nd plan of the photo.

On top of that (but this is my style of photo), I add some vignetting to add a little bit black contrast on the corners. No mandatory to do it but again this is my style of post editing.

20140119_0036-2

As most of you know that I am a colour photographer I am also presenting you a postedited colour photography of the same shot. Only thing I added in terms of postediting I removed this sign in the middle of the photo.

20140119_0036-3

Written by Candi Carrera, Mudam Photography courtesy of Jeff Mouton, March 2014

The basics of streetphotography

As we love streetphotography and due to frequent demand, the SPLux collective decided to share some tips, tricks and tutorials on how to postedit street photographies. We often see that streetphotography is black & white, even inside our collective we see that a lot of photographies are published in B&W. Nonetheless most of the rules that you will read in these tutorials are meant for any kind of photography being it B&W or even coloured. In this first tutorial, we will start with the basic things that any streetphotographer should know : 1) streetphotography is about street, lines, objects, humans. When you shoot a photography you will end-up in most cases with one kind of photographies. Either your photography is illustrative meaning by that, that there is no story Inside the photo but the photography is nice from a composition perspective, colours, contracts, lines, symmetry, etc. If you choose to shoot illustrative streetphotography make sure the image is technically perfect. On the other opposite you have streetphotographies which have one or a few stories inside, a photo that provokes an emotion, keeps the eye of a reader during 5-10 seconds inside the photo. So take this as a first rule to understand if your photo is more illustrative or has a more profound signature 2) a second strong rule that I use when shooting in general is to look first for the subject, composition or story you want to achieve but very rapidly include in your thinking the background of the scene. And please make me a favor, a streetphotographer uses a 28mm to maybe 50mm lens. In case you are too far away please do not zoom, take your legs and move inside the scene you want to shoot. But coming back on the second strong rule, anticipate the angle you want to take versus your subject(s) by integrating in your thoughts immediately how the background will look like. It is true that sometimes you may not have the choice of the background but than you can play with the aperture if for example the background is too Noisy and you want to isolate the subject from the background you’ll probably shoot with an aperture between 1.2 and 2.8 but not higher. Let’s go and illustrate with some first shots. This was a coloured photo, shot during the Trayvon Martin rally in Atlanta.  The first photograph of the series below is the RAW photography. Do not be surprised, a RAW photography is always sad in terms of contrasts, light but what is important is the composition. If you want to be able to postedit contrats, lights, shadows, etc. you better shoot RAW instead of JPG (a small supplemental trick on my side : I shoot both RAW and JPG so that my selection process is faster as I only need to look at my JPG files which are smaller -> hence faster to load in a viewer on my PC) 9F9A9383 You can see in the second photo how I postprocessed it. Eventhough I am to 99% a colour photographer, I nevertheless apply the same rule to colour photography as to B&W which is that my black have to be black and my white have to be white (cf. in the second tutorial I will use a great B&W shot from Jeff Mouton where I will more illustrate this). So coming back here, you can see that in the final coloured photo that my blacks are strong and the whites too. I even took the liberty of burning out the sky to take away some détails which I believe are not necessary (look at the top right corner, the clouds, …). 9F9A9383-2
For those of you who are pure black & white photographers, here my proposal of the same shot treated in B&W. Again very important rule, a lot of rookies shooting and publishing in B&W, publish grey photos instead of strong blacks & whites. So if you use tools like Adobe Lightroom, please move the black ruler to the left and the white to the right to increase contrast. Just with this small trick you will see that the quality of your photos will increase. 9F9A9383-5
Written by Candi Carrera, March 2014